Sitz, Platz, Fuuusss!!! |
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| "Aber der ist doch noch soo jung-er kann doch noch gar nicht begreifen, dass er nicht auf die Strasse darf!"... Gute Antwort: "Der Autofahrer, der ihn überfährt, kann auch nicht auf die schnelle sein Alter einschätzen!".Punkt.
Ist Wauwi schon mal "stubenrein", so ist eigentlich schon eine der grössten Leistungen erbracht -alles Andere sind einfach nur "Kunststückchen", obwohl auch hier Konsequenz das A und O ist! Grundregel Nr1: ! Willst du deinem Hund etwas "beibringen", so streiche das Wort "Bestrafung" oder "Schimpfen" aus deinem Repertoire! Unter Zwang lernt es sich nunmal schlechter (das wissen wir aus unserer Schulzeit). Da jeder Hund eine andere Auffassungsgabe hat (das hat nichts mit dumm oder schlau zu tun -nur mit"anders"-), braucht der eine Hund vielleicht etwas länger, um etwas zu begreifen, was ihm am Arsc.. vorbeigeht. Tja. Oder wir waren etwas zu ungeduldig und haben zu grosse Lernschritte verlangt... Grundregel Nr2: ! Apropos zu grosse Lernschritte: Ohne unseren Hund zu sehr "vermenschlichen"zu wollen, ist doch das Erlernen und Begreifen eines neuen Befehls vergleichbar mit dem "auswendig-lernen" eines Gedichtes (wieder "Schulzeit") -bedenken wir dann noch, dass dieses Gedicht in "japanisch" gelernt werden soll, so haben wir uns schon etwas mehr in die Hundepsyche eingefunden. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, sagt man. Auf die Schnelle geht hier gar nix! Übrigens ist auch die Länge der Zeit unterschiedlich, in der Hund "aufnahmefähig" ist. Hat auch nichts mit Intelligenz zu tun, vielleicht nur mit Nervosität... Grundregel Nr. 3: ! Wenn eine Lern- oder Übungseinheit angesagt ist, so solltest du vorher genau prüfen, ob du gute Laune hast -der Hund registriert jede deiner Schwächen (also auch Gemütsschwächen) und es kann sein, dass diese Schwäche gnadenlos ausgenutzt wird! Das kennen wir auch aus der Schulzeit... Grundregel Nr. 4: ! Diese letzte (und wichtigste!!!) Regel wird leider allzuoft vergessen, was gerade in einer Zeit, wo sich das gegenseitige Vertrauen noch bilden muss, zu fatalen Folgen führen kann: Das Aufheben eines Befehls steht NUR dem Befehlsgeber zu! Nur dann wird der Befehl auch richtig ernst genommen, und nicht bei der ersten günstigen Gelegenheit unterwandert. Das mag ja richtig Arbeit machen, aber die Mühe lohnt sich! ...Aber nun zum "Ernst des Lebens": Das "Herkommen" wird von vielen als das überhaupt Wichtigste angesehen, das muss wohl mit der menschlichen Psyche zusammenhängen: Das Herkommen auf Befehl gibt uns ein ganz besonderes Gefühl der Macht gegenüber Hund, besonders wenn gerade etwas gaaanz anderes wichtiger ist... Tipp: Vor Allem in der Lernphase sollten wir Hund mit dem Herkommen etwas absolut POSITIVES verknüpfen lassen: Wenn Wauwi gerade Langeweile hat sollten wir ihn rufen, um ihn zum Spielen aufzufordern. Loben nicht vergessen! Oder Hund hat sich vor irgend etwas ganz besonders erschreckt bzw. geängstigt: schnell rufen, bevor er überhaupt auf die Idee kommt, sowieso zu uns zurückzukommen... wieder loben! Schon bald wird Hund sehr schnell gelernt haben, dass es bei Frauchen/Herrchen am sichersten, lustigsten, spannendsten ist! Auch dieser "Befehl" sollte mit den Worten "ja lauf!" wieder aufgehoben werden, er ist ja nicht nur zum "Lob-abholen" gedacht... "Sitz" und "Platz" sind zwei grundverschiedene Befehle, was bei der englischen Sprache noch deutlicher wird: "sit" und "down" drücken 1. Aufmerksamkeit bzw. 2. Ruhe+Entspannung aus; Ausserdem ist Hund im sitzen nicht so hilflos wie beim liegen. Beide Befehle müssen auch wieder von Frauchen/Herrchen aufgehoben werden... Das "Bei Fuss- gehen" könnte da schon wieder eine etwas "höhere Schule" sein: Ich plaudere mal aus dem Schäferhund-Verein: Befehl Fuss: Der Hund nimmt an der linken Seite des HF(Hundeführers) platz, d.h. er sitzt daneben (Position: Kopf direkt neben dem linken Knie), die Leine ruht in der rechten Hand. Bei erneutem Befehl "Fuss" setzen sich Beide in Bewegung, der Kopf des Hundes bleibt in Kniehöhe -(sorry, dass ich hier nicht die "Hamsterhunde"berücksichtigt habe--- aber es klappt auch bei den "Hackenbeissern"! Bei jedem Stehenbleiben hat Hund sich ohne erneuten Befehl hinzusetzen und genauso wieder ohne Aufforderung wieder an der Seite des HF seinen Weg fortzusetzen. Kompliziert wird es bei der Kehrtwendung: Eine Wendung wird in Richtung Hund gemacht, also links herum. Die Leine wechselt hierbei von der rechten in die linke Hand, während der Hund um den HF herumgeht und wird danach wieder mit "rechts" ergriffen. Da ich jetzt in einer Fahrradstadt lebe, kann es manchmal sinnvoll sein, das Gleiche auch mit "Rechts-Gehen" zu üben, da es "verkehrstechnisch" oft sinnvoller ist... Das Erlernen des "Am Fahrrad-Laufens" darf sowieso erst im Hundealter von ca 1Jahr ernsthaft in Angriff genommen werden. Aber vorher könnt ihr ja das Fahrrad schon mal "spazierenschieben", um Wauwi an die richtige Seite und das "Blechungeheuer" zu gewöhnen. Geht es dann auf "grosse Fahrt", sollte der Hund nicht gezwungen werden, schneller als Trabtempo laufen zu müssen. Dabei werden die Gelenke oft zu sehr belastet. (Das Traben ist die Hund-typischse Fortbewegungsart-Huskys z.B. können so bis zu 200km zurücklegen!) Viele, viele Anregungen kriegen wir durch andere Menschen (meist nur "Leute"), aber bei Beachtung der Grundregeln kann eigentlich nicht mehr so viel schiefgehen... Ansonsten stehe ich natürlich noch gerne unter gschultz@wauwi.de zur Verfügung...(auch für "Spezial-Probleme") Aber nur Mut, auch noch nach 1/4 Jahrhundert Hundehaltung lerne ich immer noch gerne dazu, und das macht richtig Spass! |
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